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Moritz Berg: Le vent se lève ! Il faut tenter de vivre !

Current exhibition
16 Oktober - 5 Dezember 2026 Salzburg
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Moritz Berg, Le vent se lève ! Il faut tenter de vivre !

 

 

In seiner zweiten Einzelausstellung in der Galerie Tassilo Usner in Salzburg

präsentiert Moritz Berg unter dem Titel „Le vent se lève ! Il faut tenter de vivre !“

neue Arbeiten, die aus einer genauen Beobachtung seiner Umgebung

hervorgehen. Der Titel ist dem Schlussvers von Paul Valérys Gedicht

„Le Cimetière marin“ entlehnt: „Der Wind erhebt sich! Man muss versuchen zu

leben!“ Im Mittelpunkt der Ausstellung steht nicht die Darstellung eines Ortes,

sondern die Frage, welche Spuren eine Begegnung mit ihm hinterlassen kann.

Ausgangspunkt sind flüchtige und oft unscheinbare Momente – ein warmer

Luftzug, das Rosa des Abends oder das flackernde Licht zwischen Baumwipfeln.

Berg interessiert sich dafür, wie sich solche Eindrücke durch aufmerksame

Beobachtung erschließen und festhalten lassen können. In Rainer Maria Rilkes

Übertragung von Valérys Gedicht heißt es: „O, die Belohnung, nach dem langen

Denken / ein langes Hinschaun auf der Götter Ruhn!“ Auch Bergs Arbeiten gehen

aus einem solchen Verweilen und Schauen hervor.

 

Der Wind, der bei Valéry den gedanklichen Stillstand durchbricht, wird bei Berg

zu einer tatsächlichen Bewegung, die er unmittelbar in den Zeichenprozess

einbezieht. Ein an Bäumen oder Ästen befestigter Stift hinterlässt durch Wind

und Böen Linien und abstrakte Spuren, in denen sich die Bewegungen des Ortes

einschreiben. Was zunächst eine flüchtige Geste ist, wird auf die Leinwand

übertragen und in eine neue Form überführt. Die Umgebung wird so aktiver

Bestandteil des künstlerischen Prozesses.

 

In Valérys Gedicht heißt es an anderer Stelle:

„Nicht denken, Leib, – ergib dich dem Gewander, – / trink, meine Brust, den

Wind, der aus sich dringt!“ Die Verse verweisen auf eine Hinwendung zur

unmittelbaren Erfahrung, die auch Bergs Arbeit prägt. Seine Methode macht

sichtbar, wie sich die Begegnung mit einem Ort in eine bildnerische Form

übersetzen lässt, ohne dessen Erscheinung abzubilden. Sie richtet den Blick auf

das, was leicht übersehen wird und und lässt Qualitäten und Zusammenhänge

hervortreten, die zuvor unbemerkt geblieben wären. Die Dinge selbst bleiben

dieselben – was sich verändert, ist die Art, wie wir ihnen begegnen.

 

Künstler

  • Moritz Berg

    Moritz Berg

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