In seiner zweiten Einzelausstellung in der Galerie Tassilo Usner in Salzburg präsentiert Moritz Berg unter dem Titel „Le vent se lève ! Il faut tenter de vivre !“ neue Gemälde und Skulpturen, die aus einer genauen Beobachtung seiner Umgebung hervorgehen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Darstellung eines Ortes, sondern die Frage, welche Spuren eine Begegnung mit einem Ort hinterlassen kann.
Ausgangspunkt der Arbeiten sind flüchtige und oft unscheinbare Momente – ein Luftzug, das Rosa des Abends oder wandernde Schatten. Die Umgebung erscheint dabei nicht als Motiv, das abgebildet wird, sondern als aktiver Bestandteil des Entstehungsprozesses. Aus diesen Begegnungen entstehen Arbeiten, in denen sich die Spuren dieser Erfahrungen mit Beobachtung, Erinnerung und künstlerischer Entscheidung verbinden. Die ortsbezogenen Titel der Gemälde verankern diese Erfahrungen schließlich in Zeit und Raum.
Bergs Malerei bewegt sich zwischen Intuition und bewusster Setzung. Sie richtet den Blick auf das, was im Alltag leicht übersehen wird, und macht sichtbar, wie sich Wahrnehmung durch Aufmerksamkeit verändern kann. Sie lässt Atmosphären und Zusammenhänge hervortreten, die zuvor unbemerkt geblieben wären. Dabei bleiben die Dinge selbst dieselben. Was sich verändert, ist die Art, wie wir ihnen begegnen.
