Featured: Ida Jesenberger for Stammcafe

Ida Jesenbergers Gemälde verarbeiten Gefühle, die sich mit Worten kaum fassen lassen – und schaffen Verständnis, ganz ohne einen einzigen Satz.

 

Anders als viele Malerinnen, die sich vom Prozess leiten lassen, geht Ida mit einer klaren Vorstellung an ein Bild heran: „Ich mag es, wenn schon alles feststeht, bevor ich überhaupt zu malen beginne. […] Ich weiß genau, wie es am Ende aussehen soll."

 

Ihr Ausgangspunkt ist meist eine Stimmung, die sie einfangen möchte. Gemeinsam mit ihrem Freund, dem Fotografen Timm Felder, entstehen Referenzbilder, aus denen später eine Skizze und schließlich das Gemälde wird.

 

Farblich befindet sich Ida gerade in einer „Rosa-Pink-Periode". Ein Hauch Olivgrün bleibt eher eine Randnotiz: „Ab jetzt habe ich eigentlich keine grünen Bilder mehr. Ich würde sagen, Pink/Rosa ist nach wie vor die Hauptfarbe." Ihr wiederkehrendes Motiv ist sie selbst – nicht aus Eitelkeit, sondern als ehrlichster Zugang zu den eigenen Gefühlen: „Beim Malen geht es hauptsächlich um meine Gefühle, deshalb würde es sich seltsam anfühlen, jemand anderen zu malen." Im Alltag eher zurückhaltend, findet sie durch ihre Bilder eine Präsenz, die ihr sonst nicht selbstverständlich fällt: „Sie hängen irgendwo, und ich bin durch die Bilder ganz präsent, ohne mich selbst so zeigen zu müssen."

 

Besonders ihre Darstellungen von Händen verraten mehr, als Worte könnten: „Ich habe das Gefühl, meine Hände verraten viel über mich. […] Sie machen tendenziell diese seltsamen Dinge." Vor einem ihrer großformatigen Bilder zu stehen, erzeugt ein eigenartiges Gefühl des Wiedererkennens – jene Momente, in denen man sich nicht ganz wie man selbst fühlt, die viele kennen, aber selten in Worte fassen. Genau darin liegt die Stärke ihrer Kunst: Sie kommuniziert, ohne zu erklären, und verbindet, ohne ein einziges Wort.

 

Den vollständigen Artikel „Zwischenräume", mit weiteren Einblicken in Idas künstlerischen Prozess, ist im Stammcafe Magazin nachzulesen.

9 Juli 2026